Sorten-Honig

Was ist Sorten-Honig?

Bienen sind fleißige Tierchen. Wenn die ersten Blumen blühen, rücken sie aus, um Pollen und Nektar von allen möglichen Pflanzen zu sammeln, die im Umkreis von 3 km zu ihrem Bienenstock blühen.

Die Bienen sind dabei sehr Sortentreu: Findet eine Biene eine ertragreiche Pflanze, so bedient sie sich ausschließlich an dieser und macht im Bienenstock Werbung für die Futterquelle. Da in einem Bienenstock allerdings tausende Bienen leben, wird niemals aller Honig von nur einer Pflanzen-Sorte stammen.

Von Sorten-Honig spricht man, wenn der Anteil einer bestimmten Pflanzen-Sorte 60% oder höher beträgt. Nur dann darf zum Beispiel der Honig "Löwenzahn-Honig" oder "Fichten-Honig" genannt werden. Bei einem Anteil von 30%-60% darf der Honig "Blütenhonig mit ..." genannt werden. Enthält der Honig also 40% Raps, so dürfte der Imker "Blütenhonig mit Raps" auf seine Etiketten schreiben.

Wie dressiert man die Bienen zu einem bestimmten Sorten-Honig?

Garnicht. Bienen sammeln, was sie an ertragreicher Nahrung im Umkreis von 3 km um ihren Bienenstock herum finden. Ist ein paar Straßen von ihrem Bienenstock ein großes Raps-Feld und der Imker hätte gerne Linden-Honig von den Linden, die sich 1km entfernt befinden, so werden die Bienen den Imker sehr wahrscheinlich enttäuschen (sie meinen es allerdings nicht böse). Auch wird man nie Waldhonig bekommen, wenn die Bienenvölker nicht im Wald oder zumindest am Waldrand platziert sind.

Einziger Weg, Sorten-Honig zu bekommen ist, mit seinen Bienen umzuziehen. Stellt der Imker die Bienenstöcke vor eine ertragreiche Löwenzahn-Gespickte Wiese, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, mehr als 60% Löwenzahn-Anteil im geschleuderten Honig vorzufinden. Stellt der Imker seine Bienenvölker in den Wald, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, Waldhonig oder sogar ganz spezialisiert Fichten- oder Tannenhonig zu bekommen.

Welche Honig-Sorten sind in Deutschland möglich?

Folgende Honig-Sorten können von Bienen in Deutschland produziert werden:

Moment mal...eine Tanne hat doch gar keine Blüten?

Jawohl. Eigentlich denkt man, die Bienen fliegen nur von Blüte zu Blüte und sammeln Pollen und Nektar. In Wald-Gebieten sieht es mit der Blüten-Menge allerdings nicht so toll aus, weshalb die Bienen dort eine andere Nahrungsquelle gefunden haben: Sie schlecken den von Läusen ausgeschiedenen Zucker auf. Die Läuse saugen Pflanzensaft aus den Bäumen, benötigen hiervon allerdings nur das Eiweiß und scheiden den Zucker über ihre Haut wieder aus. Für die Bienen (wie auch für Ameisen) ein gefundenes Fressen.